Arbeitsgemeinschaft
für Moderne Medizin
Moderne Medizin braucht das Knowhow für eine geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung. Deshalb haben wir den Verein G³ gegründet. Wir bauen – über Ländergrenzen hinweg – ein Netzwerk von wissenschaftlicher, fachlicher und sozialer Kompetenz auf, das dieses Thema voran bringt.
Bettina Pfleiderer

„Eine intensive Arbeit mit und im Verein macht es uns möglich, wichtige Partner aus Wissenschaft, Medizin, Politik und Gesellschaft für unser Thema zu gewinnen. Damit können nicht zuletzt Versorgungsbereiche erschlossen werden, in denen wir gute Möglichkeiten für die Implementierung einer geschlechtersensiblen Gesundheitsversorgung sehen. Gut für Patientinnen und Patienten. Und ein Benefit für Ärztinnen und Ärzte, für Kliniken und Reha-Einrichtungen, denn es geht um bessere Qualität in der medizinischen Versorgung insgesamt.“

Dr. Gesine DörrÄrztliche Direktorin des St. Josefs Krankenhauses Potsdam, Kardiologin, Angiologin und Reha-Expertin


PD Dr. Harun Badakhshi

„In allen Bereichen des Gesundheitsbetriebes, in den Praxen und Kliniken bis in die Chefarztetagen, gibt es immer noch riesige Wissenslücken in Bezug auf eine geschlechterspezifische Medizin. Die müssen beseitigt werden, wenn wir zu einer guten gesundheitlichen Versorgung kommen wollen. Es geht um neue Wege, neue Formen der Wissensvermittlung auf diesem Gebiet – beim Medizinstudium beginnend über differenzierte Studien bis zu den Angeboten in der Weiterbildung.“

PD Dr. Harun BadakhshiChefarzt der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie am Ernst-von-Bergmann-Klinikum Potsdam


Prof. Dr. Sabine Oertelt-Prigione

„Im Zusammenhang mit der Implementierung von Gendermedizin in die Versorgungspraxis denke ich auch an die hausärztliche Versorgung – und hier nicht zuletzt daran, was dafür in ländlichen Regionen, wie Brandenburg, zukünftig notwendig sein wird. Dort wie in den Niederlanden, wo ich jetzt tätig bin, leben viele Menschen auf dem flachen Land und es besteht ein hoher Anspruch an Erreichbarkeit medizinischer Einrichtungen und Versorgungsqualität. Dies bedeutet auch neue nutzerzentrierte Modelle der Versorgung zu entwickeln.“

Prof. Dr. Sabine Oertelt-PrigioneProfessorin für Gendermedizin an der Radboud-Universität, Nijmegen


Natascha Hess

„Ich erlebe das sehr häufig – Patientinnen gelangen mit einem großen Leidensdruck und nach vielen Arztbesuchen in unsere Praxis. Ihre spezifischen Probleme wurden nicht richtig erkannt, Therapiemaßnahmen brachten keine Besserung. Hausärzte und auch Kardiologen müssen mehr über die Geschlechtsspezifik von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wissen, und Patientinnen müssen solche Kenntnisse einfordern. Hier müssen wir uns einbringen. Die Diskussion mit Fachkollegen, aber auch die Sensibilisierung der Öffentlichkeit sind enorm wichtig.“

Dr. med. Natascha Hessniedergelassene Kardiologin in Berlin und Werder, Gendermedizinerin


Annegret Hofmann

„Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht eine neue wissenschaftliche Erkenntnis publiziert wird, die neue Möglichkeiten einer besseren gesundheitlichen Versorgung von Frauen und Männern und verschiedener Altersgruppen eröffnet. Es dauert viel zu lange, bis solche Erkenntnisse in den Arztpraxen und Kliniken umgesetzt werden. Wir wollen informieren, Druck machen – dazu brauchen wir viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter.“

Annegret HofmannMedizinjournalistin, Vorsitzende von G3 – Arbeitsgemeinschaft für moderne Medizin e.V., Sprecherin des Netzwerks „Gendermedizin & Öffentlichkeit“


Bettina Pfleiderer

„Mit dem Blick auf den Stand der medizinischen Versorgung in vielen Ländern sehe ich gravierende Unterschiede, besonders bezogen auf Geschlecht, Kultur und soziale Lage. Da scheint eine geschlechtssensible Medizin erst einmal ein Luxusproblem zu sein. Aber ich habe z.B. gerade ein lebhaftes Echo auf meinen Vortrag zum Thema „Geschlechtseffekte in der globalen Gesundheit“ in Nairobi (Kenia) erlebt. Ich bin überzeugt, dass Ärzten und Ärztinnen eine besondere Rolle bei der Umsetzung des vorhandenen Wissens zukommt, bei uns in Deutschland wie auch in der Welt.“

Prof. Dr. Dr. Bettina PfleidererWissenschaftlerin an der Universität Münster
Präsidentin des Weltärztinnenbundes